Lieber Gast meiner Homepage!

Heute bekam ich die neueste Ausgabe des Mitarbeitermagazins meiner Firma zugestellt, und ich war zutiefst vom Bericht eines Kollegen erschüttert!

Mir und meiner Familie geht es gut, und meinen vier Enkeln ebenfalls. Wir alle sind gesund, doch dies ist nicht so selbstverständlich, wie man gemeinhin glaubt. Aber lesen Sie selbst:

     
 

Wenn Florian B. die Tür seiner Münchner Wohnung öffnet, kommt ihm schon seine Tochter Leni im Flur entgegengelaufen. 20 Monate ist sie alt, und stolz zeigt sie Papa ihre neuen Gummistiefel, die sie unbedingt heute noch ausprobieren will. Auch sein bester Kumpel Andreas hat eine Tochter: Emma, fünf Jahre alt. Doch wenn er in seine Wohnung kommt, läuft ihm niemand entgegen. Denn Emma leidet an einer Muskelkrankheit. Spinale Muskelatrophie, kurz SMA - so lautete die Diagnose, als Emma 13 Monatealt war. Laufen, so die Ärzte, wird Emma wohl niemals können. Fortbewegen kann sie sich nur mit Hilfe eines Elektrorollstuhls. Ihre Muskeln sind so schwach, dass sie schon beim Essen und Trinken auf fremde Hilfe angewiesen ist.
„Mit Andy mache ich schon lange viel Sport zusammen", sagt Florian, der als Fluglotse im Center München arbeitet. Er ist begeisterter Radfahrer, sein Kumpel Andreas Marathonläufer und Triathlet. Muskelkater, Muskelverletzungen - damit haben die beiden Ausdauersportler Erfahrung. Von SMA hatten sie bis dahin noch nie etwas gehört. Wie auch? Die genetisch bedingte Erkrankung, die die Muskeln verkümmern lässt, ist extrem selten. So selten, dass sie nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für die Pharmaindustrie keine große Rolle spielt! Gerade mal 5000 Betroffene gibt es in Deutschland. Da lohnt es sich einfach nicht, viel Geld in die Forschung zu investieren. Das, beschlossen die beiden Freunde, soll sich ändern. „Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir die Krankheit bekannter machen können", berichtet Florian.

Das Ergebnis ist die Kampagne "Muskeln für Muskeln".

Jeder Sportler weiß, wie wichtig gesunde Muskeln sind" erläutert der 32-Jährige den Slogan. „Und jedem Sportler ist bewusst, was ein Leben ohne Sport für ihn bedeuten würde". Also versuchten die beiden, Sportler als Botschafter für SMA zu gewinnen. Dafür ließen sie mit Hilfe einer befreundeten Werbeagentur, die bei Logo und Design half, ein „Muskeln-für-Muskeln" Fahrradtrikot herstellen. „Mit 20 Stück haben wir angefangen", erinnert sich Florian. „Wir wussten ja nicht, wie viele wir davon loswerden." Dass er die Center-Kollegen, mit denen er in seiner Freizeit Rad fährt, schnell auf seiner Seite hat – damit hatte Florian gerechnet. Doch mit den vielen Anfragen, die danach kamen, wahrlich nicht. "Allein im Center tragen inzwischen 60 Kollegen unser Trikot - vom Wachleiter bis zum Trainee", freut er sich. Inzwischen hat "Muskeln für Muskeln" das zweihundertste T-Shirt an den Mann gebracht. Der Kaufpreis beträgt 50 Euro, 20 Euro gehen als Spende an die Aktion "Eine Therapie für SMA". Diese Initiative, die innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankungen entstanden ist, unterstützt Forscher, die sich mit den Ursachen und Therapiemöglichkeiten von SMA beschäftigen. Einen prominenten Botschafter hat „Muskeln für Muskeln" auch schon gefunden: Wolfgang Sacher, bei den Paralympics in Peking 2008 der erfolgreichste deutsche Teilnehmer im Radsport, wird vom nächsten Jahr an mit dem Muskeln-für-Muskeln-Logo auf der Brust starten.
Nach dem Erfolg mit dem Radtrikot soll es demnächst auch ein „Muskeln-für-Muskeln"-Shirt für Läufer geben. „Wir sind gerade dabei, nach einem geeigneten Hersteller zu suchen, der ein ebenso hochwertiges Laufshirt anbieten kann", sagt Florian. Auch wenn das für ihn noch mehr Arbeit bedeutet. „Etwa eine Stunde am Tag arbeite ich für unsere Aktion", berichtet er. Gemeinsam mit seinem Kumpel Andreas knüpft er Kontakte zu Sportlern, Veranstaltern und Firmen. Der wiederum betreut gemeinsam mit seiner Frau die Homepage, während in München die Trikot-Anfragen beantwortet werden. „Darum kümmert sich dann meine Frau", sagt Florian.
Er selbst war unlängst mit vier Kumpels Radfahren am Gardasee – allesamt im „Muskeln-für-Muskeln"-Radtrikot, versteht sich. „Früher war ich stolz, wenn ich das neueste Jan-Ullrich-Trikot hatte", erinnert sich Florian Bauer. Heute fährt er nicht mehr für gedopte Fahrer oder dubiose Teams Reklame, sondern nur noch für die gute Sache.

„Es ist doch schon Wahnsinn", sagt der Lotse. „Da werden Milliarden für Doping ausgegeben. Und für die Erforschung einer Krankheit ist kein Geld da."

 

 

 Informationen zur Aktion "Muskeln für Muskeln" und zum Fahrradtrikot unter www.muskeln-fuer-muskeln.org

 
 

 

 
 

zurück