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Anzahl von Gästebucheinträgen: 30

14. Florian Blaschke 10:33:53, 2010-07-08
email  Zu dem Eintrag von W.F. darf ich ergänzen: 
 
Koptisch ist ein Nachfolger des Alt-Ägyptischen, wird aber nur noch im Gottesdienst als Kultsprache verwendet, ähnlich wie das Latein früher bei uns. Allerdings gibt es unter Kopten in Ägypten und auch in Auswanderergemeinden im Ausland anscheinend einige, die das Koptische als Umgangssprache wiederzubeleben versuchen und im Alltag verwenden. Es ist allerdings nicht leicht, darüber seriöse Informationen zu finden. Griechisch und später Arabisch haben einen starken Einfluß auf den koptischen Wortschatz bzw. die Aussprache genommen. Bis zum 17. Jh. war Koptisch eine lebende Sprache, dann ist es zugunsten des Ägyptischen 
Arabischen außer Gebrauch gekommen. 
 
Amharisch ist eine bedeutende semitische Sprache in Äthiopien. Sie gehört zur äthiopisch-semitischen Gruppe. 
 
Das Aramäische ist eine semitische Sprache, die nahe mit dem Hebräischen verwandt ist, und seit dem Altertum als Verkehrssprache im Bereich des Fruchtbaren Halbmonds (Syrien, Mesopotamien, Levante) gebräuchlich ist. Es hat sich in der ersten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends vom Gebiet des heutigen Syriens aus ausgebreitet und allmählich das Assyrische und Babylonische und später auch das Phönizische, Hebräische und damit verwandte Dialekte verdrängt. Als die Araber im 7. Jh. n. Chr. den Nahen Osten eroberten, war das Aramäische (das sich in der Zwischenzeit in zahlreiche Dialekte aufgespalten hatte) dort die allgemein gesprochene Sprache, wurde aber im Laufe der Jahrhunderte immer mehr durch das Arabische ersetzt (auf das es allerdings einen gewissen Einfluß ausübte) und in Randgebiete verdrängt, vor allem verstreute kleine christliche Gemeinden. 
 
In der Neuzeit zählt man Aisor und Turoyo sowie das vor kurzem ausgestorbene Mlahsö zu den neuaramäischen Sprachen. Die Bezeichnung "Assyrer" für moderne syrisch-orthodoxe Christen ist mißverständlich und sollte vermieden werden; "Assyrisch" ist eine alternative Bezeichnung für das Aisor, aber da man unter dem Assyrischen meist die Sprache der antiken Assyrer verwendet, die mit den modernen syrischen Christen in keiner direkten Verbindung stehen, sollte man diesen Begriff vermeiden. 
 
(Er entspricht etwa der Bezeichnung "Iberer" für moderne Spanier, oder "Gallier" für moderne Franzosen, oder auch "Briten" für Engländer, oder "Illyrer" für Kroaten. Alle diese Bezeichnungen sind anachronistisch.) 
 
Roland Hemmauer hat sich übrigens speziell mit dem Turoyo beschäftigt. 
 
Florian Blaschke, München

Kommentar des Administrators:
Ich danke für diesen informativen Diskurs.
13. W.F. 19:41:52, 2010-07-07
Sehr geehrte Frau Hamel, 
auf S. 220 heißt es in Ihrem Buch: "Seit Jahrhunderten sprechen hier und nur hier Christen eine afroasiatische Sprache". 
M.E. gibt es weitere afroasiatische Sprachen, die von Christen gesprochen werden: koptisch, amharisch, aramäisch (aisor, assyrisch, turoyo); zumindest turoyo wird auch in lateinischer Schrift geschrieben (in Schweden erschien für die Flüchtlingskinder eine Schulfibel in lateinischer Schrift!) 
Mit freundlichen Grüßen 
W.F.
12. Reinhard Welker 23:50:31, 2010-07-02
email  homepage Sehr geehrte Frau Hamel, 
 
Ihr Buch fasziniert mich. Wir möchten Sie einladen zu Vorträgen, zunächst in Stuttgat und in Karlsruhe. Ich habe eine großes Netzwerk von Freunden, dorthin werde ich Sie weiterempfehlen. 
 
Agentur für wissenschaftliche Texte 
Diplom Physiker Reinhard Welker 
D-76307 Karlsbad, Fischerweg 12 
Tel. 07202-93 61 86 
Fax: 07202-40 55 98 (nur nach vorherigem Anruf momentan)
11. Karl-Heinz Schmitt 23:43:23, 2009-12-22
email  homepage Das Buch ist im allerbesten Sinn unterhaltsam.  
Man liest sich mühelos ein und mag nicht mehr aufhören.  
Sie haben Ihre beeindruckende Forschungsarbeit in einer  
so wohltuend klaren Sprache niedergeschrieben, wie es  
vieler Fachliteratur gut täte.  
 
Die anschauliche Darstellung durch die eingearbeiteten 
Karten Tabellen und Abbildungen klären, vertiefen,  
und steigern darüber hinaus den Lesereiz. Ihre Arbeit hat mir  
viele Erkenntnisse vermittelt, die ich mir nicht „erkämpfen“ 
musste, weil Sie sich auf die sprachliche Vermittlung 
verstehen. Das Layout steigert den Wert des Buches noch weiter.  
Das eingangs zitierte Goethe-Wort, dass Lehrbücher anlockend 
sein sollen, wurde auf überzeugende Weise verwirklicht. Dank 
und Kompliment! 
 
Karl Heinz Schmitt
10. Fritz Garvens 22:16:31, 2009-07-23
email  Liebe Frau Hamel, 
 
heute habe ich das Kapitel über den Beitrag der Genetik bis zum Ende gelesen. Ich hatte eigentlich vor, es nur summarisch zu tun. Bei der Lektüre wurde ich aber so gefesselt von Ihrer anschaulichen Darstellung dieser doch für einen Laien - und der bin ich auf diesem Gebiet - schwierigen Materie, dass ich nicht eher aufhören konnte, bis ich ans Ende gekommen war. Das hat mich drei Abende voll beschäftigt, aber ich habe jetzt das Gefühl, das Wichtigste verstanden zu haben. 
 
Sehr schön und im wörtlichen Sinn äußerst anschaulich fand ich Ihren Vergleich einer Zelle mit einem Bus und den Insassen, den Austausch von Körperteilen, dem Zusteigen der männlichen Hälfte usw. Das möchte ich sogar als genial bezeichnen. 
 
Seite 420: Die von Ihnen so klar dargelegten Erkenntnisse der Genetik stören Krahes Ansichten nicht nur, sie widerlegen sie. Und damit stützen Sie Vennemanns Hypothese überzeugend. 
Seite 427: Ein sehr eindringliches und überzeugendes Resümé. 
Seite 429ff: Eine nützliche Auflistung von Etymologien, die mir eine Hilfe sein werden. 
 
Ihr Fritz Garvens
9. Fritz Garvens 15:14:01, 2009-07-13
email  Vorweg möchte ich Sie beglückwünschen, dass Sie als Wissenschaftsjournalistin eine solche Begeisterung für die doch komplizierte Materie der europäischen Sprachgeschichte haben, die sich leicht auf den Leser überträgt. Vor allem bewundere ich die Klarheit und Reduzierung auf das Wesentliche in allem, was Sie anpacken. Ich denke, dass Ihnen hierbei die journalistische Seite Ihrer Tätigkeit gute Dienste leistet. 
 
Sie schreiben so, dass der interessierte Leser, der gewisse Grundkenntnisse über das Funktionieren und die Geschichte einer Sprache hat, Ihren Gedankengängen ohne große Schwierigkeiten folgen kann. Und Sie schreiben mit einem Kenntnisreichtum, der immer wieder erstaunt und selbst denen die Augen öffnet, die sich wie ich mit der Materie schon intensiv und häufig befasst haben. 
 
Fritz Garvens
8. Elisabeth Hamel 11:17:10, 2009-03-27
email  homepage Als Antwort auf die Einträge 6 und 7 von Herrn Hepp: 
Lieber Herr Hepp, ich danke Ihnen für Ihr Lob, wie ich auch allen vorhergehenden Gästen danken möchte. Zum Kritikpunkt, der Vergleich mit dem Bus, hatte ich sehr viel Anerkennung vernommen und wagte daher dieses Bild. Danken möchte ich Ihnen auch zum Eintrag in 7, wo Sie auf Lamarck zu sprechen kommen. 
Elisabeth Hamel
7. Michel Hepp 20:24:24, 2009-03-26
email  Ich möchte auch noch eine Bemerkung zu S. 15 machen. 
 
Ein bei Historikern weit verbreitetes Erklärungsmodell spiegelt sich in Ihren Sätzen: 
 
"Stets waren Naturkatastrophen die Ursache bedeutsamer Veränderungen der menschlichen Kulturen." 
 
In diesem Satz steckt eine Lamarcksche Vorstellung vom Ablauf der Evolution. "Bei Veränderungen passen sich einzelne Individuen (aus sich heraus) an." 
Zumindest für biologische Vorgänge ist das widerlegt. 
Reichholf kritisiert zu Recht in seinem Buch "Warum die Menschen sesshaft wurden" diese Sichtweise.  
Das Buch ist leider nicht sehr klar geschrieben und manche seiner Thesen, die ich durchaus nachvollziehen kann, kommen bei Weitem nicht so klar heraus, wie Sie das mit Ihrem Buch geschafft haben. 
Seine Grundthese ist: Änderungen kommen nicht in einer Notsituation als "Notanpassung", sondern entwickeln sich schon in guten Zeiten. Eine Notanpassung müsste quasi schlagartig vorhanden sein und sofort zum Tragen kommen. Bei Allem, was wir über Evolution wissen, sind ihre Mechanismen andere. In schlechten Zeit wirkt Selektion bezüglich der Varianz einschränkend und stabilisiert bestehende Merkmale, in guten Zeiten mit weniger harten Selektion erhöht sich die Varianz einer Population. Ich denke, das müsste auch für kuturelle Entwicklungen, die im Zusammenhang mit Überleben stehen, gelten. 
Das ist vielleicht etwas kurz, auch ist es im Hinblick auf Ihr Buch unwichtig. Aber im Darwinjahr ...... 
Michel Hepp

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